Unser Club...Historie 
Unser LC Am Tegernsee wurde 1962 gegründet und feiert am 4. Mai 2012 sein 50-jähriges Bestehen
Aus Anlaß des 20 jährigen Bestehens des Lions-Club am Tegernsee im Jahre 1982 schrieb Hans Sollacher (verstorben):
20 Jahre Lions Club am Tegernsee
Vorgeschichte Altbayern war zu Anfang der 60er Jahre noch „lionistisches Entwicklungsgebiet". Die nördlichen und westlichen bundesdeutschen Freunde verfügten schon über Clubs, Governors und Tailtwister, als hierzulande auf die Frage "kennen Sie "Lions?" höchstens mit "ja aus dem Tierpark in Hellabrunn" geantwortet wurde. Einen großen weißen Fleck auf der deutschen Lions-Landkarte bildete der Landstrich zwischen Rosenheim und Garmisch. Ihn in seinem Sinne zu "kolonialisieren" war die erklärte Absicht von L. Hans-Werner von Bülow aus Mittenwald. In Dr. Curt Duisberg und Dr. Gerhard Schulenburg fand er die richtigen Ansprechpartner und begünstigt von dem Umstand, daß am Tegernsee nach dem Kriege außer den verbliebenen Alteingesessenen alle deutschen Stämme vertreten waren, gelang es ihnen schließlich, fünfzehn zu fast allem entschlossene Männer um den Doppelkopf-Löwen zu scharen. Besonders schwierig erwies es sich allerdings, eingeborene Talbewohner zu gewinnen. Sie erschienen aber notwendig, um der Clubbezeichnung wenigstens eine gewisse, nicht nur geographische, sondern auch genealogisch fundierte Ortsbezogenheit zu verschaffen.
Gründung
Dann endlich
war es so weit. Am 30. April 1962 wurde im Kutschstüberl des damaligen
Kursanatoriums Wildbad Kreuth das Gründungsprotokoll unterzeichnet. Unser
erster "Vize" Dr. Elmar Kölwel wirkte damals dort als Chefarzt und ermöglichte
es, daß das Problem des Clublokals zunächst wenigstens auf ideale Weise gelöst
wurde. Der Lions-Club am Tegernsee wurde jeden- falls auf historischem Boden
gegründet. Seine Wiege stand in einem Gebäude, das später noch oft von sich
reden machte und auf dem besten Wege ist, seine Bedeutung in der bayerischen
Geschichte bis in die jüngsten Tage zu untermauern.
Charterfeier
Die
Charterfeier am 4. März 1963 wurde zu einem rauschenden Fest, obwohl die
Menükosten mit 15 Mark als hoch bezeichnet und im Übereifer zwei Musikkapellen
bestellt (und bezahlt) wurden. Mit dem Lions-Club Hohensalzburg stand ein
Patenclub zur Seite, mit dem uns bis heute ein herzliches Verhältnis verbindet.
Der Anfang war nicht einfach. Das lionistische Vokabular bereitete ebenso
Schwierigkeiten, wie manche stark amerikanisch geprägte Verhaltensregeln. Unser
verehrter Gründungspräsident - er blieb es zwei Jahre - Dr. Gurt Duisberg
schrieb am 13. Juli 1962 in einem Brief an Dr. Elmar Kölwel zum Handbuch des
Präsidenten, das er erstmals zu Gesicht bekam, folgenden Satz: "Man kann sich
die Sache wohl nur bei ausgeprägtem Sinn für Humor ansehen."
Erste Hilfsprojekte Der Club beschritt seinen eigenen, ihm gemäßen Weg zu lionistischem Wirken und wurde aktiv: Noch ehe er richtig installiert war, setzte er sich dafür ein, daß im nahe gelegenen Zementwerk Marienstein Filter- anlagen eingebaut werden, damit vor allem Bad Wiessee und Gmund bei Westwind von den herüberziehenden Schwaden und Schadstoffen verschont blieben. Gleich darauf ging ein Scheck mit tausend Mark zu den Lionsfreunden nach Hamburg. Dort wütete eine Flutkatastrophe, deren Opfer Hilfe dringend nötig hatten. Zentnerweise wurden Medikamente gesammelt und nach Südamerika und Afrika verschifft, eine Blindenschreib- maschine half einem Unfallopfer, das SOS-Kinderdorf Dießen freute sich über Besucher und viele mitgebrachte, nützliche Dinge. Zwei Vollwaisen, deren Eltern im Tegernsee ertranken, wurden ein Jahr lang mit einer Rente versorgt, englische Tumorpatienten in einer bekannten Krebsklinik in Rottach-Egern erhielten fürsorgliche Hilfe, man ging in die Altersheime, half in Notfällen und verteilte Weihnachtspakete. Auf der Liste der "Activities" stehen weiter: Errichtung von Notrufsäulen, Hilfe für die Bergwacht, Behindertenhilfe, Berufsberatung für Abiturienten, Aufklärungsarbeit bei der Drogenhilfe, Patenschaft für zwei Kinder in Bangla Desh, Unterstützung einer Aktion von Schülern des Gymnasiums für Kinder, die bei einem Explosionsunglück in Bilbao verletzt wurden, die Mitgliedschaft in der Liga für das Kind in Familie und Gesellschaft, sowie weiterer überörtlicher Aktionen der deutschen Lions, bis zur jüngsten Polenhilfe. Der materielle Wert aller Leistungen, die der Lions-Club am Tegernsee im Verlaufe dieser zwanzig Jahre erbracht hat, dürften sich in der Größenordnung von 150000 bis 200000 Mark bewegen. Nicht zu beziffern sind die vielfältigen Aktivitäten und Anstöße, die der Club und seine Mitglieder im Rahmen seiner gesellschaftlichen Verantwortung im Dienste des Gemein- wohles erbracht hat.
Erste Activities
Woher das Geld kommt? Zum größeren Teil aus den eigenen Veranstaltungen. Da ist
einmal die schon traditionelle Hirschberg-Testwanderung, dann der alljährliche
Büchermarkt, die Abnahme einer Aufführung der "Hirschbergler“
Trachtenvereins-Laienbühne als Wohltätigkeitsveranstaltung. Hinzu kommt das
Beitrags- und Spendenaufkommen der Clubmitglieder.
Der Lions-Club am Tegernsee ist volljährig und erwachsen geworden. Er handelt
inzwischen nach dem erprobten PR-Leitsatz "Tu Gutes und rede darüber". In der
örtlichen Presse wird regelmäßig über den Club und seine Arbeit berichtet, was
zur Folge hat, daß "Lions" inzwischen längst keine Leerformel bei der
Bevölkerung mehr ist. Die Aufgaben kommen damit ganz von selbst, der Club wird
mehr und mehr in die Verantwortung genommen. Das bedingt auch die enge
Zusammenarbeit mit den Kommunen, dem Landkreis, den Behörden und Verbänden. Der
Lions-Club am Tegernsee ist einbezogen in den großen Kreis all derer die sich in
den Dienst des Gemeinwohles stellen.
Den gewachsenen Anforderungen konnte und kann der Club mit seinen Mitgliedern
allein nicht nachkommen. Die Frauen, Kinder und Freunde haben oft mit angepackt.
Ihnen gebührt unser Dank.
Der Club hat darüber hinaus die lionistische Idee weitergetragen. 1978 gab er
den Anstoß zur Gründung des Lions-Club Freyung-Grafenau am Nationalpark und
stellte sich als Pate zur Verfügung. Freundschaftliche Beziehungen bestehen
außerdem zu den Nachbarclubs von Bad Tölz und Schwaz in Tirol.